Die Gründung

Dreh- und Angelpunkt des Vereins Rencontres war von Anfang an die Ferienkolonie Val Sainte Marie. 1982 fand dort eine große dreiwöchige Ferienfreizeit der Stadtjugendpflege Viernheim (im Rhein-Neckar-Dreieck) statt. Unter dem starken Eindruck der Atmosphäre des Hauses und der Gegend bildete sich bei zwei Dutzend Betreuern und Teilnehmern die Idee, einen Verein zu gründen. Das gemeinsame Anliegen war, deutsch-französische Begegnung von Kindern und Jugendlichen in Val Sainte Marie zu realisieren. Seit Dezember 1983 gibt es nun also den eingetragenen gemeinnützigen Verein zur Förderung internationaler Begegnungen.

Und Begegnungen gab es in „Val“. Viernheimer Kinder- und Jugendfreizeiten, internationale Camps mit italienischen, französischen, polnischen und deutschen Jugendlichen. Und die Begegnung der Rencontres-Mitglieder mit den Hausbesitzern der Ferienkolonie vom christlichen Verein „Notre Dame des Anges“ aus Belfort. Der Initiator Abbé Blanc kümmerte sich schon seit 1949 um Val Sainte Marie. Eine freundschaftliche Beziehung zwischen dem Abbé und den Rencontres-Mitgliedern entstand. Bald waren jährliche Arbeitseinsätze der Viernheimer zur Renovierung des Hauses Normalität geworden.

Der Kauf

1988 sah sich „Notre Dame des Anges“ aus verschiedenen Gründen zum Verkauf von Val Sainte Marie gezwungen – umfangreiche Renovierungsarbeiten standen an, die meisten Mitglieder waren im Rentenalter. So kam es, dass Rencontres Wunschkandidat der Belfortiner war – sie wussten, dass die jungen Deutschen Val Sainte Marie in ihrem Sinne erhalten wollten: als Ferienkolonie und Begegnungsstätte. Andere französische Interessenten hatten eine Nutzung als Restaurant oder Hotel im Sinn. Es wurde ein Weg gefunden, dass der Verein das Gebäude kaufen konnte und so bekam der kleine Verein den Schlüssel und die Geschicke des Hauses in die Hände gelegt.

Wie es weiterging

Nun lag die Verwaltung, Vermietung und Renovierung des großen alten Hauses ganz bei den Mitgliedern des Vereins Rencontres. Als finanzielle Basis dafür wurden vom Geschäftsführer Freizeithäuser in ganz Frankreich, später auch in England und Italien vermittelt. Die jährliche mehrwöchige Renovierungsaktion hatte Großbaustellencharakter. So wurde ein großer Teil des Daches neu gedeckt, ein Sanitäranbau selbst geplant und ausgeführt, eine professionelle Küche eingebaut, Wände versetzt und vieles mehr. Gerade die Arbeitseinsätze prägten nun das Vereinsleben. Es wurden Workcamps mit polnischen und italienischen und natürlich Viernheimer Jugendgruppen veranstaltet.

Ein großer Rückschlag war die Schließung des Hauses für Kindergruppen durch die französische Sicherheitskommission im Jahr 1995. Die Umbauanforderungen gingen über neue brandsichere Wände, Decken, Türen, Elektrik, eine Brandmeldeanlage und Fluchttreppe bis in viele kleine Details. Der enorme Arbeitsaufwand und die finanziellen Nöte brachten die Mitglieder des Vereins Rencontres aber nicht zum aufgeben. Mit erneuertem Innenleben aber zum Glück gänzlich erhaltenem Charme wurde Val Sainte Marie dann 1999 von den Behörden als Kolonie wieder freigegeben. Der „Geschäftsbetrieb“ der Freizeithausvermittlung wurde 1998 aufgegeben, von Viernheim aus wird nun ausschließlich Val Sainte Marie an Gruppen vermietet.

Ausblick

Arbeit ist in Val Sainte Marie noch genug zu finden und die Renovierungsaktionen werden für die Mitglieder und vielen treuen Freunde wohl noch lange ein bedeutendes Ereignis des Jahres darstellen. Eine neue Perspektive der deutsch-französischen Begegnung eröffnete sich bei der Renovierungsaktion 2000. Die `Ancien Moniteurs´ (Ehemaligen Freizeitleiter) aus Belfort, die ebenfalls eine starke Leidenschaft mit dem alten Haus verbindet, waren maßgeblich am Gelingen der Baustelle beteiligt. Einige hatten Val bereits seit 1950 besucht und ackerten nun unermüdlich – an der Neueindeckung eines Teils des Daches!